Geschichte Zeilsheims Der Zweite Weltkrieg von 1939 bis 1945 brachte neue Sorgen und Nöte Glücklicherweise blieb Zeilsheim von Bombenangriffen verschont 1943 baute die IG Farbenindustrie für das Werk Höchst in Zeilsheim 2 Barackenlager in denen Fremd und Zwangsarbeiter untergebracht wurden Fragwürdige Bekanntheit weit über die Grenzen unserer Heimat erlangte Zeilsheim nach Kriegs ende Ab dem Sommer 1945 kamen 150 000 heimatlose Juden in die amerikanische Besatzungszone Vor dem Krieg lebten sie zum großen Teil in Polen waren vor den deutschen Armeen in die Sowjet union geflohen oder hatten die Konzentrations lager überlebt Nach Kriegsende wurde ihnen die Rückkehr in ihre alte Heimat verwehrt Die Amerikaner nahmen diese Menschen genannt DP s Displaced Persons auf und brachten sie in DP Lagern unter Eines dieser Lager war das Steinbarackenlager Zeilsheim Schnell war das Lager überfüllt und ein ganzer Wohnbezirk mußte innerhalb eines Tages von der Zeilsheimer Bevölkerung geräumt werden um weiteren Platz zu schaffen Bald lebten etwa 5 000 Personen im Lager Zeilsheim Es entwickelte sich der größte Schwarzmarkt der westalliierten Besatzungszonen Hier war alles zu bekommen was sonst fehlte Etliche Straftaten und ständige Razzien der amerikanischen Militärpolizei hielten die Lagerbewohner aber auch die Zeilsheimer in Atem In diesen turbulenten Zeiten besuchten die Gattin des amerikanischen Präsidenten Eleanor Roose velt und der spätere israelische Ministerpräsident David Ben Gurion Zeilsheim Mit der Währungsreform und der Ausreise der La gerbewohner nach Israel Kanada oder den USA kehrte 1948 wieder Ruhe in Zeilsheim ein In den folgenden Aufbaujahren wurde umfang reicher Wohnraum für Heimatvertriebene und Flüchtlinge aus den verlorenen deutschen Ostge bieten geschaffen Die Siedlung Friedenau konnte 1950 51 in Eigen hilfe erbaut werden und mehrere Siedlungen der Hoechst AG und der Nassauischen Heimstätte folgten Die Bevölkerungszahl stieg von knapp 5 000 zu Beginn des Zweiten Weltkriegs auf über 14 000 im Jahre 1970 Eine Bereicherung für das gesellschaftliche Leben in Zeilsheim war der Bau der Stadthalle die am 9 1 1982 eingeweiht wurde In den Neubaugebieten entstanden zwei inzwi schen vereinigte evangelische Gemeinden Die Einwohnerzahlen sind seit einigen Jahren rückläufig und die Bevölkerungsstruktur ändert sich Die Auflösung der Hoechst AG und der damit verbundene Verkauf hunderter Werkswohnungen schaffte Probleme Zuwanderer aller Nationalitä ten kommen auch nach Zeilsheim und müssen integriert werden Im alten Zeilsheim sind jedoch noch die überkom menen Strukturen und Bebauungen erkennbar Im Verlauf der Straße Alt Zeilsheim ist noch der Charakter des einstigen fränkischen Straßendorfs zu erkennen 28 blau emaillierte Schilder die vom Heimat und Geschichtsverein angebracht wur den geben an vielen Stellen in Zeilsheim Auskunft über seine Geschichte Zeilsheimer Heimat und Geschichtsverein Bild Lagereingang 10

Vorschau Stadtteilbroschüre Seite 10
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